Umgebung

Weiße Strände und Backsteingotik

Berühmt wurde der Nachbarort Bad Doberan, die einstige Sommerresidenz der Mecklenburger Herzöge, durch eine gotische Klosterkirche, heute besser bekannt als Doberaner Münster.

Seit über hundert Jahren dampft eine kleine Schmalspurbahn – der legendäre »Molli« – durch die Straßen der Stadt. Auf halber Strecke nach Kühlungsborn liegt Doberans Seebad Heiligendamm, in der 1793 das Badeleben an der Ostsee begann und das dabei ist, eines der exklusivsten Seebäder Europas zu werden mit Spitzenhäusern wie dem Kempinski Grand Hotel. Dessen Eröffnung 2003 wurde allgemein viel beachtet.

Lebhafter geht es am imponierenden Sandstrand von Kühlungsborn zu, der Endstation des »Molli«. Kühlungsborn, das größte Ostseebad Mecklenburgs, ist, ebenso wie Rerik, besonders bei Familien beliebt.

Viel Kunst und Kultur hält vor allem die Hansestadt Rostock mit dem Badevorort Warnemünde bereit, der mit seinen kleinen Häusern, den Kopfsteinpflastergassen und Dutzenden von Kuttern und Yachten jeder Größe am Alten Strom Atmosphäre besitzt.

Wer Ruhe sucht, der lässt sich in Warnemünde mit der Fähre über den Neuen Strom nach Hohe Düne übersetzen. Dort, hinter Markgrafenheide, beginnt das große Waldgebiet der Rostocker Heide, das sich bis zum Ostseebad Graal-Müritz hinzieht.

Anziehungspunkte Bad Doberans (11 500 Ew.) sind das gotische Münster und die durch die Straßen dampfende Kleinbahn »Molli«. Parallel zu einer Lindenallee und am Mischwald Großer Wohld vorbei schnauft der Zug zunächst dem 6 km entfernten Ortsteil Heiligendamm zu. Das Schweriner Herzogshaus hatte Doberan zur Sommerresidenz erkoren, und am Heiligen Damm nahmen Durchlaucht und seine Gäste ein Bad in der Ostsee.

Die Häuser Heiligendamms standen nach der Wiedervereinigung jahrelang leer, mit dem Dornröschenschlaf war es im Mai 2003 endlich vorbei. Unter Federführung des amerikanischen Stararchitekten Robert A. M. Stern entstand das Kempinski Grand Hotel, das fünf denkmalgeschützte Bauwerke und mit dem Severin Palais einen gut angepassten Neubau umfasst. Die noch leer stehenden Gebäude sollen in den nächsten Jahren saniert werden. 2007 trafenen sich in Heiligendamm die Staats- bzw. Regierungschefs der acht führenden Industrieländer zum G8-Gipfel, der das Seebad in den Blickpunkt des Weltinteresses rückte.

Das traditionsreiche Seeheilbad ist für jene der rechte Ort, die Ruhe und Erholung suchen.

Graal und Müritz entwickelten sich fast parallel zu Badeorten; 1938 wurden sie vereint, deshalb hat der Doppelort kein richtiges Zentrum. Beide Ortsteile sind durch den fast 6 km langen, breiten Sandstrand verbunden. Eingerahmt wird das Seebad (4000 Ew.), das seit 1993 eine 350 m lange Seebrücke besitzt, vom Waldgebiet der Rostocker Heide und einem Hochmoor. Im Mai/Juni blühen im Kurpark mehr als 2500 Rhododendronstauden, die eine wahre Farbensinfonie bilden. 1985 wurde die Anlage zum Naturdenkmal erklärt.

Malerisch zwischen Ostseeküste und Salzhaff liegt das ehemalige Fischerdorf Alt Gaarz, das 1938 zur Stadt erhoben wurde und den Namen Rerik (2000 Ew.) bekam. Das Familienbad wartet mit abwechslungsreicher Flach- und Steilküste, Sand- und Naturstrand am Salzhaff sowie mit Wald und Feldern in der Umgebung auf. Die 170 m lange und nur 2,5 m breite Seebrücke entstand 1991/92. Vom Aussichtspunkt Schmiedeberg haben Sie einen besonders schönen Blick, auch auf die Halbinsel Wustrow, die bis 1994 Militärgelände war und auf der ein Ferienzentrum entstehen soll.

Wer vor der wuchtigen Marienkirche Rostocks steht oder gar im Inneren die Kunstschätze betrachtet, kann den früheren Reichtum der Hansestadt erahnen. Der Spaziergang vom Neuen Markt durch die Fußgängern vorbehaltene Kröpeliner Straße zum Universitätsplatz führt an geschichtsträchtigen Häusern der Werft- und Hafenstadt vorbei. Durch den 1957 begonnenen Bau des Seehafens bekam Rostock (200 000 Ew.) Anschluss an die internationale Schifffahrt.

1323 hat Rostocks Rat dem Fürsten von Mecklenburg das Fischerdorf Warnemünde abgekauft, so erhielt die Stadt einen eigenen Badeort. Durch die Trabantenstädte Lütten Klein und Evershagen ist Warnemünde aber längst an das Stadtzentrum angebunden. Die S-Bahn bringt die Pflastermüden vom Rostocker Zentrum in nur 25 Minuten fast bis zum Strand. Erlebnisreicher ist allerdings die Fahrt von Rostock nach Warnemünde mit dem Schiff.

Wer gesehen werden möchte, promeniert in Warnemünde am Alten Strom mit seinen typischen Glasverandahäuschen entlang. Über dem Wasser hängt ständig der Duft von frisch Geräuchertem, denn mancher Kutter wurde zur Räucherei umgerüstet.

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